NetzWERKE: Denkmal erhalten – Verbindungen schaffen

Tag des offenen Denkmals® | Sonntag, 13. September 2026 | Kunsthof Niederarnsdorf 

Unter dem diesjährigen Motto NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ öffnet der Kunsthof Niederarnsdorf am Tag des offenen Denkmals seine Türen. Das Motto richtet den Blick auf historische Orte und Infrastrukturen, die Bewegung, Austausch und Verbindungen ermöglichen – und damit auf die Frage, wie Denkmale auch heute gesellschaftliche Netzwerke tragen und neue Verbindungen entstehen lassen können.

Der Kunsthof Niederarnsdorf versteht Denkmalpflege genau in diesem Sinne: als Erhalt historischer Bausubstanz und zugleich als Investition in eine lebendige kulturelle und soziale Infrastruktur im ländlichen Raum. Der historische Vierseithof, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, wird seit 2022 schrittweise instand gesetzt und zu einem offenen Ort für Kunst, Kultur, Begegnung und gemeinschaftliches Arbeiten entwickelt.

Ein aktueller Schwerpunkt ist die Instandsetzung des 1823 errichteten Torhauses. Möglich wird sie durch die Unterstützung des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA), der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie durch Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Für die Bundesförderung hat sich auch Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, eingesetzt. Damit wird nicht nur wertvolle historische Bausubstanz gesichert: Das Torhaus bildet künftig erneut einen sichtbaren Eingang und Übergang zwischen Dorf, Hof und den kulturellen Aktivitäten des Kunsthofes.

 

Wege zueinander – ein Netzwerk durch die Region

Wie eng Denkmal, Infrastruktur und gesellschaftliche Vernetzung miteinander verbunden sind, zeigt auch der Hörspaziergang „Wege zueinander. Erzählungen rund um den Viaduktweg, eine gemeinsame Initiative des Kunsthof NIA e.V., des Viaduktradweg e.V. und des Kulturhof Kleinmecka e.V.

Entlang der ehemaligen Bahnstrecke und des heutigen Viaduktweges entsteht seit 2025 ein wachsendes Audioporträt des Wieratals. Persönliche Erinnerungen, historische Erzählungen und Stimmen von Menschen, Vereinen und Initiativen werden gesammelt und miteinander verknüpft. So entsteht ein begeh- und hörbares Netzwerk, das Orte sichtbar macht, die in einer Region mit eingeschränkter Verkehrsinfrastruktur oftmals schwer erreichbar bleiben.

Der historische Viaduktweg wird dabei selbst zum verbindenden Element: Aus ehemaliger Verkehrsinfrastruktur entsteht eine neue Kultur-, Freizeit- und Begegnungsachse. Besucher:innen und Bewohner:innen werden zu Mitgestaltenden eines Wegenetzes, das Landschaften, Denkmale, Geschichten und Menschen miteinander verbindet.

Bereits am Samstag, 12. September 2026, von 14 bis 18 Uhr lädt der Hörspaziergang mit einem Nachbarschaftspicknick auf dem Nirkendorfer Viadukt dazu ein, neue Stimmen und Geschichten aus der Region gemeinsam zu hören und weiterzudenken.

 

Programm auf dem Kunsthof am 13. September

Am Sonntag öffnet der Kunsthof seine historischen Gebäude und Höfe und gibt Einblicke in den aktuellen Stand der denkmalgerechten Instandsetzung.

Programm:

  • Vernissage der aktuellen künstlerischen Arbeiten auf dem Kunsthof mit Mitmachangeboten
  • 13.00 Uhr: Führung über den historischen Vierseithof mit Einblicken in Baugeschichte, Denkmalpflege und die laufende Instandsetzung
  • 16.00 Uhr: zweite Hofführung
  • Mitmachangebote mit Emilie Spengler und Martha Claußner für große und kleine Besucher:innen
  • Informationen zur Instandsetzung des Torhauses und zur weiteren Entwicklung des Kunsthofes
  • Einblicke in den Hörspaziergang „Wege zueinander“ und das wachsende Netzwerk im Wieratal

Während des gesamten Tages laden selbstgebackene Kuchen, Kaffee und herzhafte kulinarische Angebote zum Verweilen, Austauschen und Kennenlernen ein.

So wird der Kunsthof am Tag des offenen Denkmals selbst zum NetzWERK: zwischen historischer Bausubstanz und neuer Nutzung, zwischen Denkmalpflege und zeitgenössischer Kunst, zwischen Dorf und Region – und vor allem zwischen den Menschen, die diese Orte erhalten, nutzen und gemeinsam weiterentwickeln.

 

Werkschau Artist in Residence 2026

Sonntag, 13. September 2026 · 10–18 Uhr

Fünf Künstlerinnen, zwei Residenzprogramme und drei Gastbeiträge: Am 13. September öffnet der Kunsthof Niederarnsdorf seine Räume für die Werkschau der Artist in Residence 2026. Angelika Waniek, Line Krom, Jule Backmann, Wiebke Kowal und Emilie Spengler haben das Altenburger Land mit unterschiedlichen künstlerischen Methoden erforscht – seine Magerwiesen und Kulturlandschaften, landwirtschaftlichen Stäube und regionalen Rohstoffe ebenso wie textile Wissensbestände und Formen gemeinschaftlichen Handelns.

Entstanden sind ein performatives Wiesen-Hörstück, experimentelle Druckgrafiken aus landwirtschaftlichen Rückständen, materialforschende Arbeiten mit regionaler Schafwolle, Freiluftmalereien zur Kulturlandschaft sowie ein partizipatives textiles Projekt, das Handwerk als sozialen und kommunikativen Raum versteht.

Als Gastbeitrag zeigen die Absolventinnen der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg (WHZ) Cora Bellach, Viktoria Jung und Martha Claußner Arbeiten aus dem Reallabor „Grüner Topfmarkt Altenburg“. Bellach untersucht poröse und lebendige Materialsysteme zwischen Objekt, Pflanze und Raum; Jung entwickelt ein modulares, reversibles Flächensystem für regeneratives Weiterbauen; Claußner entwirft Stadtmöbel aus Naturmaterialien, die Aneignung und spontane Nutzung ausdrücklich zulassen. Gemeinsam öffnen die drei Arbeiten Perspektiven auf Stadtökologie, Materialkreisläufe und eine zirkuläre, klimaresiliente Gestaltung des öffentlichen Raums.

Die Ausstellung verbindet Kunst, Materialforschung und gesellschaftliche Praxis und fragt, welche Ressourcen direkt vor unserer Tür liegen, wie sich Landschaft und Material verändern und wie künstlerische Arbeit neue Beziehungen zwischen Menschen, Orten und ökologischen Systemen entstehen lassen kann.

 

Kunsthof Niederarnsdorf · Heinrich-Heine-Straße 7 · 04603 Niederarnsdorf

„in circuit 2026“ wird durch die Kulturstiftung Thüringen gefördert. „Stadt.Land.Kult(o)ur – demokraTISCH unterwegs“ wird im Rahmen von Aller.Land gefördert.